Anthroposophische Medizin

I
n der Medizin und insbesondere in der Kinderheilkunde und Geburtshilfe wird deutlich, wie weitreichend die Konsequenzen des Denkens über den Menschen für die praktische Handlung sind: wäre der Mensch inklusiv seine psychische Funktionen ein Zufallsprodukt seiner Gene, so wäre die vorgeburtliche Diagnostik und eventuelle selektive Abtreibungen, ebenso wie die Durchführung des kompletten Impfprogramms eine berechtigte und logische Folge dieses Denkens; wird der Mensch als Körper-Seele-Geist-Wesen betrachtet, der schon vor der Befruchtung eine geistige Existenzform hat und sich dann mit einer befruchteten Eizelle verbindet, in dem Fall werden Themen wie Retortenbefruchtung und Abtreibung, Krankheit und Heilung, aber auch Erziehung anderes behandelt.

Anthroposophie als Geisteswissenschaft regt dazu an, die Welt, den Menschen und sich selbst in den Bereichen des Lebendigen, des Seelischen und des Geistigen zu erkennen, zu erleben und daraus verantwortungsvoll zu handeln. Auf diese Weise sind von ihrem Gründer Dr. Rudolf Steiner (1861-1925) Impulse für u.A. die Waldorfpädagogik, die biologisch-dynamische Landwirtschaft und auch für die Medizin ausgegangen.

Für die Anthroposophische Medizin bedeutet dies, eine kritische Anerkennung der naturwissenschaftliche Medizin, die je nach Situation erweitert wird, diagnostisch durch  Einbeziehung der Beurteilung des Lebendigen, Seelischen und Geistigen, und therapeutisch durch Einsatz anthroposophischer Medikamenten, Kunsttherapien, biografische Gesprächstherapien und durch einen anderen Umgang mit ethischen Fragen.

So steht der Mensch im Zusammenhang mit der Welt und mit seinen Möglichkeit, sich zu entwickeln zu einer in Freiheit und Verantwortung lebenden Individualität, stets im Zentrum der Bemühungen der Anthroposophischen Medizin.